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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Unruhen (oder eher Ruhen?) in Hong Kong

Unterdessen weiss die ganze Welt, dass auch das schoene Hong Kong Probleme hat. 
Angefangen hat es bereits bei den Briten, als Hong Kong noch eine Kolonie war. Ueber die ganze Zeit hinweg wurde HK mit eiserner (diktatorischer) Hand von England regiert. Bei der Uebergabe an China inn 1997 verlangte England, dass HK eine Demokratie wird. Da haben wir gar nichts dagegen, aber China ist ein Komunistisch, mit harter Hand regiertes Land und ich bin mir nicht sicher, ob die wissen, was Demokratie ist. 

Anfangs haben sie ja alles brav versprochen, aber nun haben sie die letzten Jahre immer wieder die Zuegel etwas mehr angezogen und die demokratischen Ansprueche von uns verzoegert. 

Bereits seit einigen Monaten ist die Gruppe "Occupy Central" am demonstrieren. Sie haben eine Gross-Demo auf den 1. Oktober, den Chinesischen Nationalfeiertag, angesagt. Doch am Wochenende davor haben Studenten und Schueler die Hauptstrassen vor den Regierungsgebaeuden blockiert. Seither, und das ist nun schon seit 5 Tagen, steht hier alles still. 

Gestern war ich an der Demo, um mir vor Ort ein Bild zu machen. 




Man nennt es die Umbrella Revolution, denn man brauchte am ersten Tag die Schirme als Schutz gegen das Traenengas, dann am naechsten gegen die Sonne, und am uebernaechsten gegen den Regen. 



Alles ist verbarikadiert gegen den Verkehr. 




Abfall wird eingesammelt und getrennt. Wasser und Essen wird verteilt. Es ist friedlich und es wird auf jeden Ruecksichth genommen!





















Gelbe Schleifen als Zeichen der Demokratie!







Bis jetzt ist die Demo friedlich, doch was bringt die Zukunft????


Freitag, 4. Juli 2014

Protest!

Nicht ich!!!

Aber hier bei uns waren die Tage viele Proteste! Man protestiert wegen der Freiheit, der politischen vor allem. Man (und Frau) will Demokratie!

Sicher ist das wichtig und ich bin so gar nicht dagegen, aber....

die die am Lautesten bruellen, sind meist die, die zum vorherigen Ruler der damaligen Kolonie gehoerten. 
Ich finde es ja doch etwas seltsam, dass die Englaender ueber 100 Jahre lang regiert haben, ohne eine Demokratie hier auf die Beine zu stellen um dann, bei der Uebergabe an China, dem Chinesen mit tadelnder Miene zu befehlen, er habe nun eine Demokratie zu gruenden, nix Kommunismus in Hong Kong. 


Und nun wird fur Universal Suffrage (Allgemeines Wahlrecht) demonstriert. Jap, wieder etwas, was von den Englaendern ueber 100 Jahre lang total ignoriert wurde und die Chinesen jetzt augenblicklich auf die Fuesse stellen sollen.

Wieder erwaehne ich, dass ich das schon richtig finde und ich so gar nichts dagegen habe, aber es kommt eben auch daraufan, wer da am lautesten bruellt. Das sind vor allem Politiker, die bereits waehrend der Englischen Kolonie im Gemeinde- und Stadtrat taetig waren und damals so gar nichts gesagt, geschweige denn demonstriert haben. 

Universal Suffrage heisst nicht, dass wir hier kein Wahlrecht haben, im Gegenteil, wir waehlen unsere Gemeinde- und Stadtraete selber, jeder darf. Es geht darum, den Governor, bei uns Chief Executive genannt, selber zu waehlen, denn bis anhin durften wir zwar Vorschlaege machen, aber China waehlte.


Leider haben wir das Pech, dass derjenige, der jetzt am Ruder steh bei uns, so gar nicht faehig ist und gar nicht beliebt.... er wird aber von China unterstuetzt und das hat eben viele aufgewiegelt, erst recht zu demonstrieren!




Dienstag, 8. Januar 2013

Liebt euch mit Leidenschaft!

Die Geburtenrate in unserer Stadt in China ist am sinken!!! Dazu muss man wissen, dass wir in der Special Administration Region wohnen, wo es keine 1-Kind Politik gibt. 

Als wir hierher zogen, vor 24 Jahren, da gab es auf den Strassen kaum alte Leute. Heutzutage sieht man derer ganz viele. Deshalb hat der Chief Executive vor einem Jahr gemeint, liebt euch mit Leidenschaft. 

Wie heisst es so schoen, Leidenschaft ist das, was Leiden schafft. 
Dem kann man hier so sagen, denn ein Kind bei uns kostet sehr viel. Erstens sind die Mietwohnungen unerschwinglich teuer und so ist es hier ueblich, dass ganze Familien zusammen wohnen, das heisst Grosseltern, Elteren, Kinder und unverheiratete Geschwister der Grosseltern und Eltern. 

Schulen sind genauso teuer, denn meist sendet man sein Kind in Privatschulen und die sind wiederum extrem teuer. 

Nur wer eine gute Bildung und Ausbildung hat, kann sich dann einen Job leisten,  bei dem er/sie dann soviel verdient, dass er/sie sich eine eigene Wohnung leisten kann. Wir sagen aber auch, dass wer als Chinese so eine gute Bildung hat, der wandert nach Canada oder Australien aus. 


Doch, trotz der sinkenden Geburtenrate unserer Einheimischen, haben wir zu wenig Schulen, denn die teuren Bodenpreise treiben nicht nur Wohn ungsmieter weg, sondern auch Schulen. Bereits 2 sind diesen Januar geschlossen worden. In den lokalen Schulen wird nur kantonesisch gesprochen. Wer aber etwas werden will, sollte mindestens noch englisch sprechen koennen. Deshalb gibt es lange Wartefristen an den internationalen Schulen und vor allem gibt es Aufnahmepruefungen fuer Kindergarten und Vorschulen. 

Stellt euch vor, ein 4 jaehriges Kind wird von Spezialisten gestrimmt, die Fragen des Schulboardes korrekt zu beantworten.....

  Und nun kommt auch noch das Problem dazu, dass sehr viele Frauen aus China hierher kommen, um ihre Kinder zu gebaehren, in der Meinung, dass ihr Kind dann den SAR Passport erhaelt und somit eine bessere Chance im Leben hat. Oehm, wenn es dann noch Schulen gibt hier....

 

Montag, 26. März 2012

Wahlen

Endlich ist es soweit..


Wir haben einen neuen Chief Executive! Und zwar nicht derjenige, über den ich schon mal hier geschrieben habe. Niemand ist unglücklich darüber. China selbst, die ja die Wahlen bestimmen - obwohl sie sagen, sie seien Demokraten - hat ihn fallenlassen. 


So haben wir nun einen neuen Mann am Ruder und wir werden sehen, ob er fähig ist, das Land zu leiten (natürlich immer mit Hilfe des grossen Bruders China)

 

Donnerstag, 23. Februar 2012

Und es ist noch lange nicht alles...

Gestern waren wir an einem fantastischen Springdinner, Shanghainese Food...

da wurde natürlich all das Politische besprochen, denn es ist wirklich das Thema Nummer eins!


Der Typ in Frage, nennen wir ihn Jack, war die grosse Hoffnung des Zentralkommitees. Sie setzten alles auf ihn, denn da ist keiner sonst, der Chinafreundlich ist und diesen Job annehmen könnte. Doch Jack stieg das in den Kopf. Jetzt wehren sich hier alle gegen ihn, keiner will ihn mehr und so steht das Zentralkommitee doof da und vor allem mit leeren Händen. 


Um nun diesen neuen Skandal mit seiner Geliebten zu entschärfen, haben sie schnell einen anderen Skandal gesucht... und den jetztigen Chief Executive an die Presse "verkauft". Der hat ja nichts mehr zu verlieren, denn in ein paar wenigen Monaten ist er weg vom Fenster, sein Job ist getan. Doch jetzt wirds lächerlich! Sie klagen ihn an, die Einladung eines Freundes angenommen zu haben, um von Macao zurück hierher zu fahren, in einer Luxusjacht, statt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Escuse me?! Seit wann darf man nichts mehr mit Freunden machen? Sie meinen, er liesse sich bestechen. Wie bitte? Er haht das gar nicht nötig.

Heute wird auch in den Zeitungen breitgeschlagen, dass er sich eine Wohnung in Futian gekauft hat, die 3 stöckig ist, so what, sage ich, es ist sein Geld und sein Leben, er ist ja in ein paar Monaten pensioniert. 


Das alles ist nur, um von Jack abzulenken, klug gedacht, aber nicht klug genug, denn das ist alles so durchschaubar.


Der Abend endete in einer Bar auf deren Terasse, mitten in der Stadt mit einem Glas Bubbly.

 

Samstag, 18. Februar 2012

Politisch inkorrekt

Bei uns sind bald Wahlen zum Chief Executive. Und wie das so ist, wo Politik ist, ist Neid, Schmutz und da sind auch noch so klitzekleine Geheimnisse der Kandidaten, die ja so irre interessant sind. 


Jap, und genau um diese geht es hier. Man ist nämlich hinter ein Geheimnis von einem Kandidaten gekommen, wo man sich sagt, wie blöd kann man (oder Frau) nur sein????


Hier ist der Boden teuer und Bauen eben auch. Deshalb haben viele illegale Auf- und Anbauten hier gemacht, die nun seit 3 Jahren immer wieder vom Bauamt beanstandet werden. Das heisst, wenn man erwischt wird, muss man den Anbau entfernen. Viele zittern davor.. denn das kostet wieder viel Geld und vor allem auch.... weil die Chinesen innovativ sind, hat man danach weniger Wohnfläche. Viele haben auf ihrem Flachdach Aufbauten, in denen ihre Maids wohnen, oder sie haben sie gar vermietet, je nach Grösse. Das gibt keiner wirklich gerne ab. 


Nun hat das Bauamt mit den Politischen Grössen begonnen, denn die haben auch grössere Häuser und somit vermutlich illegale Struckturen.   


BINGO!




Einer der Front-Kandidaten war schon mehrmals in den Schlagzeilen, weil er mehrmals dumme Sachen machte, wie eine Affäre etc. Er hat sich öffentlich dafür entschuldigt, so wie man es in China eben macht, dann sei ja alles gut. Erinnert mich ans Beichten bei den Katholiken...




Nun hat er ein Haus in Kowloon und letztes Jahr hat man da umgebaut. Es kam zutage, dass sie das Haus unterhöhlt haben, dort ist ein Kino drin, ein Weinkeller, ein Gym und ein Japanisches Bad. 200 qm gross. Alles wurde natürlich in der Presse wieder gross breitgetreten und was macht er?




Er tritt auf und schiebt alles auf seine Frau. Die sagt als Entschuldigung : "ich wollte meinen Kindern ein warmes Heim bieten!"



Ein Weinkeller für die Kinder?





Zudem sind die Kinder weg zum Studieren....

Da kam natürlich seine Affäre wieder hoch und er meinte, es wäre eben ein Tief gewesen in seiner Ehe und deshalb habe er seiner Frau überlassen, was gebaut wurde. HMM.. aber jetzt, wo's drum geht, evt an die Macht zu kommen, treten sie Händchenhaltend auf. Ja klar, First Lady zu werden ist ja auch nicht schlecht!



Politik zeigt erst, wie ehrlich Menschen sind!


(PS: falls sich jemand wundert wegen des Layouts, mit Firefox kann man wiedermal keine Bilder hochladen und mit IE gehen die Schriften nicht... ich wundere mich, was die dauernd hier dranrum schrauben)

Sonntag, 18. September 2011

Politically incorrect?!

9/11 ist zwar bereits einige Tage her, aber....


hier ist mein Erlebnis:
Eingeklemmt im Lift zwischen Einkaufswagen, Maids, einer ABC-Familie, Vater  mit Kleinkind im Arm und Einkaufstaschen, hielt der Lift an und ein arabisches Paerchen quetschte sich in den Lift. Sie trug eine schwarze Burqa, die einzig kohlrabenschwarze Augen freigab. Aber wow, hatte die Frau Augen!!! Tief schwarz und mit Seele... aber zurueck zur Story.
Also....

Die Spannung im Lift stieg, ich nehme an, jeder dachte an die schwarze Gefahr ... aeh sorry an die Gefahr vor arabischen Mitmenschen. Keiner wollte wirklich etwas mit diesen Leuten zu tun haben, wer weiss wer oder was sie sind.


Eingeklemmt im engen Lift meinte der ABC-Vater zu seinem vieleicht 2,5 jaehrigen Sohn "Sag hallo zu der Frau." Sie stand direkt neben dem Vater und schaute etwas verwirrt. Ihr Mann schaute eher kalt. Der ABC-Vater muss seinen Versuch sehr schnell bereut haben, denn sein Kind machte keine Anstalten, die schwarze Dame neben ihm zu begruessen. Sein Gesichtchen nahm schon einen leicht leidenden Ausdruck an....Ob dies nun politically incorrect war oder nicht, laesst sich ja diskutieren.



ABC-Vater war aber noch lange nicht fertig, er gab nicht auf. Er versuchte die Hand des Kindes zu ergreifen, um mit ihr wenigstens zu winken. Diesmal begann das Kleinkind zu weinen. Dem Vater war dies noch peinlicher und er warf einen entschuldigenden Blick der verschleierten Frau zu, die stoisch ruhig dastand und wartete, so wie wir alle auch, dass der Lift endlich in unserem Stockwerk ankommt, um dieser engen, claustrophobischen, socially-challenging Hell zu entkommen. 


Ich muss nicht erwaehnen, dass als sich die Tueren nach gefuehlten 10 Stunden endlich oeffneten, alle schnellstmoeglich aus dem Lift stoben, ausser dem schwarz-gekleideten Paerchen.


(Bilder: weheartit.com)
 

Eigentlich tat mir der ABC-Vater leid, denn er hatte versucht, sein Kind zu erziehen und ihm die Weiten der Welt zu erklaeren. Dass der Kleine noch etwas zu klein ist, um sowas zu verstehen, hat er nicht bedacht. Fuer den Kleinen war diese Lektion in politischer Correctnes sicher schwer zu verdauen gewesen, oder hat der Vater ihm wohl noch gar nicht die Geschichte von Zorro, dem spanischen Hero mit der Maske erzaehlt? Vielleicht wuerde das Kind dann verstehen, dass nicht jeder, der eine Maske (oder Verschleierung) traegt zu den Boesen gehoert. ABC-Vater sollte das unbedingt und schnellstmoeglich nachholen!


Und ganz so nebenbei stellte ich fest, dass es an jenem Tag der 9. September war.