Mittwoch, 5. Dezember 2012

Da wird einem doch gleich bewusst...

dass es uns sooooo gut geht!!

Jawoll!



Aber beginnen wir am Morgen frueh, als der Tag bei mir begann.

Beim Aufstehen bemerkte ich, dass ich wohl etwas krumm gelegen habe, denn mein Ruecken war irgendwie verklemmt. Kein Wunder, denn mein altes Katerchen rutscht, sobald es kalt wird bei uns, unter die Decke zu mir, entweder vorne am Bauch oder hinten am Ruecken. Was zur Folge hat, dass ich mich nicht mehr getraue, mich zu bewegen, aus Angst, ihn zu erdruecken. 

Auch war mir grausam kalt und im Wohnzimmer waren die Temperaturen auch nicht besser. Der verhasste Winter war da. Halb erfrohren ging ich in die Dusche, denn dort haben wir zumindest einen Heitzstrahler! Ich musste aber erstmal ein wenig vor dem Heitzer stehen bleiben, zum Auftauen....

Dann nach dem Duschen, beim Anziehen, habe ich mir mein Knie am Schubladengriff des Bademoebels aufgeschlitzt. Ich wusste gar nicht, dass die so gefaehrlich sind! Ich bin mich einfach nicht gewohnt, Socken anziehen zu muesen. Pflaster drauf!

Humpelnd bin ich ins Wohnzimmer und habe schnell alles erledigt, was an Putzarbeiten anlag. Klar, dass ich mir meinen Kopf beim Putzen des Katzenklos an der Duschkabinentuere angestossen habe. Na gut, alle guten Dinge sind drei.

Denkste!

Beim Brotschneiden rutschte das Messer aus und kratzte meinen Knoechel auf, hatte echt Glueck, dass es nicht schlimmer war. Ich musste also kein blutgetraenktes Brot essen....

Ich musste Einkaufen gehen, aber es regnete und stuermte und ich fahre dann meist nicht, da hier die Strassen steil und rutschig sind. Ich will keinen Unfall bauen und mit meinem Glueck von heute.....

Ich nahm also ein Taxi, die sind bei uns ganz billig und immer vorhanden und fuhr ins Sai Bo Sing. Ich wusste aber nicht, wie das auf Chinesisch heisst und musste mit Haenden und Fuessen erklaeren. Mit meinem Glueck, dachte ich, landen wir in Korea.... aber der Fahrer hatte schnell begriffen und so lernte ich wieder was dazu. 

Im Einkaufszentrum war einiges los. Da es ein kalter, regnerischer Tag war, waren viele Leute eben Indoors. So auch eine ganze Gruppe von Behinderten mit Betreuern. Die Behinderten waren koerperlich wie geistig behindert, also sie hatten wirklich kein einfaches Leben. 
Auch im Lebensmittelgeschaeft waren Gruppen davon unterwegs. Viele waren in Rollstuehlen oder mit grossen Walkers, die die Gaenge zwischen den Gestellen total ausfuellten. Einige der Behinderten trugen Helme, ein anderer hatte so total vedrehte Arme, dass sie seitlich abstanden, das machte das Durch-die-Gaenge-Fahren gefaehrlich. Einer unterhielt sich mit seinem Begleiter in Toenen, nicht Worten, aber sie verstanden sich. 

Normalerweise bin ich relativ schnell mit meinem Einkauf, ich habe eine Liste und gehe diese durch. Aber heute.... tja da kam man nicht voran, und vor allem nicht durch. 
In jedem anderen Fall haette ich mich aufgeregt, ich bin nicht die Geduldigste, aber heute, nach all dem Missgeschick, das ich hatte, da wurde mir einmal mehr bewusst, wie gut wir es haben!

Dienstag, 4. Dezember 2012

Mit Blaulicht und Sirene...

Heute war ich in der Stadt. Ich hate noch einige Dinge zu besorgen und so weiter, eben der uebliche Wahnsinn, der vor Weihnachten so anfaellt.

Vollbeladen nahm ich dann den Minibus nach Hause. Erstens war es sehr erstaunlich, dass ich ganz alleine von der Endhaltestelle bis zu mir nach Hause im Bus sass, keiner wollte meine Busnummer. Normalerweise ist dieser Bus voll.

Und dann...

Ja und dann ueberholten uns zwei Polizisten auf Motorraedern mit Blaulicht. 5 Meter weiter vorne war eine Baustelle und nur eine Fahrspuhr konnte gebraucht werden. Unsere Seite war rot und der Mann, der die Tafel auf ROT hielt schaute weg. Einer der Polizisten liess nach ca 2 Minuten seine Sirene losroehren, der Typ schaute kurz, zuckte die Schultern und da wurde der andere Polizist richtig gallig! Er schrie den Typen an, der winkte dem Vorarbeiter und dem anderen Typen, der am Ende der Baustelle, ca 25 Meter weiter vorne, die Tafel auf rot hielt. Der hatte so lange auf rot fuer unsere Seite gehalten, dass nun das Blinklicht hinter uns auf rot geschalten hatte und die Autos nun in der Baustelle standen und sich nichts mehr bewegte. Ein weiterer Grund fuer den Polizisten auszurasten. Der eine liess die Sirene  voll laufen, der andere Schrie den Vorarbeiter an, aendern konnten sie aber trotzdem nichts, die Strasse war blockiert.

Logisch denken liegt nicht jedem und Ruecksichtsnahme ist ein Fremdwort. 

  
Ich koennte mir vorstellen, dass in Europa eine Sirene und Blaulicht noch wirkt, so dass die Leute Platz machen. Hier ist es oft so, dass sie nicht zur Seite gehen, sondern schneller fahren......
 

Sonntag, 2. Dezember 2012

But buy it anyway....

Jaaaaaaaaaaaaaaaa... klar!

Es ist verrueckt! Manchmal hat das Verkaufspersonal bei uns echt nicht alle Tassen im Schrank!

Wenn man in die Geschaefte geht und etwas Bestimmtes sucht, ist es eh schon schwierig. Man findet sicherlich nie genau das, was man sucht. Aber das hindert das Verkaufspersonal nicht daran, dir alles Moegliche anzudrehen zu versuchen. 
So suchte ich einen passenden Schahl zu einem bunten Abendkleid. Der Schahl muss rot sein und uni. UNI! Das Abendkleid ist ja schon bunt! 
Es war kein uni Schahl zu finden, alle waren entweder bedruckt, oder voller Sequins etc. Ich sagte dann, sorry, dann suche ich eben weiter. Was sagt die Person? Ja genau!

"But buy it anyway!" 


In einem Schuhgeschaeft suche ich einen ganz einfachen Halbschuh. Ich trage Groesse 37. Das sollte kein Problem sein, denn in Asien haben alle kleine Fuesse. Aber... weit gefehlt.
Den Schuh, den ich wollte, gabs nur in Groesse 36. Da quetsche ich meinen Fuss rein, aber nee, der drueckt, unbequem und so weiter.
Was sagt das Personal zu meinen Worten, sorry, too small. 

"But buy it anyway!" 

In einem grossen Warenhaus wollen sie Parfume verkaufen, sie sprayen alle Kunden an, verschiedene Perfumes, von allen Seiten. Es riecht schon so grausam, dass ich schnell da vorbei will, erwische aber trotzdem noch einen feuchten Sprayer. Ich will keines angedreht bekommen, denn ich habe mein eigenes, das genau richtig ist fuer mich. 
Richtig geraten, auf mein "No thank you." folgt ein

"But buy it anyway!"

Ja, ich bin Rockefeller, ich hab Millionen in meinem Portemonnaie, ich kaufe alles anyway, egal was, ob zu klein, egal, ob zu bunt, egal, ob zu suess, egal, hauptsache ihr habt gut verkauft. *Grummel*